Kürbis - Der Lehrer

Kürbis - Cucurbita pepo L.



Der Kürbis ist der Archetyp des Lehrers. Die ersten Kürbisse wuchsen in Afrika bereits zu einer Zeit, als unsere Vorfahren noch auf Bäumen hausten. Er brauchte keine industrielle Globalisierung, um sich über die Welt zu verbreiten, er hält es lange im Wasser aus und »schwamm« nach Amerika und Asien und wartete geduldig auf seine Schüler. Wie jeder gute Lehrer schenkt er seinem Schüler nicht den Fisch, sondern lehrt ihn zu fischen. In diesem Falle kann man dies sogar wörtlich verstehen.

Als die ersten Menschen herausgefunden hatten, dass man Kürbisfleisch essen kann, landete der weniger schmackhafte Rest auf dem Abfall. Wo seine Samen keimten und neue Kürbisse produzierten. Der Anfang des Ackerbaus ist in einem Abfallhaufen zu finden. Die frühen Sammler hatten immer Probleme, das Gesammelte nach Hause zu bringen. Wie viele Nüsse kann man in den Händen halten, ohne dass sie herunterpurzeln? Getrocknete Kürbishälften stellten eine ideale Lösung dar. Und damit nicht genug, sogar Wasser kann man darin transportieren. Der Prototyp der Flasche war ein Kürbis. Trink- und Schöpfgefäße, Schüsseln, Löffel, was es auch war, der Kürbis inspirierte die Menschen zu immer weiteren genialen Erfindungen. Schließlich gebrauchte man ausgehöhlte Kürbisse wie oben angesprochen zum Fischen.

Und das ist nur die Seite seiner Alltagstauglichkeit. Man stellte Rasseln, Flöten und andere Musikinstrumente daraus her. Er diente als religiöse Opfergabe wie als Medizin, als Vogelhäuschen und als Maske.



Vor 40.000 Jahren begann der Ackerbau in Afrika mit dem Kürbis. Sinnbildlich steht er auch für Mutter Erde, die alles hervorbringt, wobei »Mutter« hier nicht in einem geschlechtlichen Sinne gemeint ist, besitzt der Kürbis doch weibliche und männliche Blüten. Unser heutiger Gartenkürbis stammt aus Texas, wohin es ihn von Südamerika aus verschlagen hatte. Seine Vielseitigkeit hat er sich erhalten - seine Eigenschaften als Inspirator und Lehrer gewinnen wir in der Form seiner Blütenessenz zurück.
Kürbisessenz ist so ziemlich das Gegenteil des Oberlehrers, der Genugtuung daraus zieht, mehr zu wissen als ein anderer, oder Feldwebels, der Gehorsam einfordert. Er ist auch keine Hahnemann, der verlangt »macht’s nach, aber macht’s genau nach«. Kürbis lässt uns Dinge aus eigenem Antrieb entdecken, begreifen und verwenden wie im Spiel. Er zeigt uns nicht, wie es richtig ist, er lässt es uns selbst herausfinden, auseinandernehmen und neu zusammensetzen, damit spielen, es variieren und neues entdecken.



Damit bietet er die geeignete Essenz für alle, die irgendwie feststecken, in einer Sackgasse gelandet sind, nicht weiterkommen. Die frustriert sind und entmutigt, eingeschüchtert von der Gegenwart und furchtsam vor der Zukunft.

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